Der gemeine Magdeburger fällt durch ein starkes extrovertiertes Modebewusstsein auf. Dabei scheint der Drang verspürt zu werden, in einer Metropole, wie sie “Machdeburch” zu sein scheint, besonders auffallen zu müssen. Da frage ich mich als Mensch aus der Provinz: Sind sie (die Machdeburjer) ihrer Mode auch bewusst?
Vor einigen Jahren, als nur zum Shoppen in die Hauptstadt meines Bundeslandes fuhr, waren Bauchtaschen noch sehr im Trend. Die trugen nicht nur die Solarium gebräunten Herren der Schöpfung in Höhe der Gürtellinie, sondern auch Frau von Welt. Wahlweise dazu: Buffalo-Schuhe, die Weibchen und Männchen größer wirken ließen.
Die Bauchtasche wurde Anfang des neuen Jahrtausends noch um den Bauch getragen. Ja, liebe Genossen, Leser, und Waffenschwestern: Sie haben richtig gelesen. Die Bauchtaschen [...] um den Bauch[...]. Der moderne und modebewusste Magdeburger trägt sie nun diagonal. Also eher wie den Gurt zur Scheide eines Säbels.
Auch hübsch anzusehen: der Extra-Kurz-Haar-Iro. Aber dies nur am Rande.
Drollig sind auch die vielen Löcher in den Ohren, bzw. in den Lappen. An dieser Stelle von Läppchen zu sprechen, wäre fachlich inkorrekt. Jeder modebewusste Magdeburger, ob arm oder reich, Hooligan, Zecke oder Emo-Popper hat so einen Tunnel. Dieser Trend, der ursprünglich wohl vom sehr völkerfreundlichen Magdeburger aus Afrika importiert wurde, zeigt sich in den verschiedensten Variationen. Nur 22 Zoll Alufelgen habe ich noch nicht gesehen. Aber vielleicht setzt sich auch ein weiterer Trend durch, der bei manchen Stämmen in “wilden” Ländern noch betrieben wird: der Tunnel in der Unterlippe.
Magdeburg hat aber auch schöne Seiten, nette Menschen und viele sehenswerte Ecken. Doch darüber zu schreiben, würde jetzt den Rahmen sprengen.

