I write, you read!

Letztes

“Sag mal Bier”

Wo wir schon bei Nachahmung waren:
Ich fuhr mit einem Kumpel vor Jahren mit dem Zug.
Ein kleines Mädchen streckte ihren Kopf immer über die Lehne eines Sitzes und grinste uns an. “Sag mal Bier”, sagte mein Kumpel. Wenn das Mädchen zu diesem Zeitpunkt noch nicht sprechen konnte, war Bier ihr erstes Wort!

Hell Yeah

Ich lege mich nicht nur auf eine Musikrichtung im Leben fest. Das wäre ja langweilig. So langweilig, wie immer nur Porsche fahren. Bin ich zwar noch nie, aber das stelle ich mir sehr langweilig vor. Da ziehe ich den Bulli vor, mit dem ich neulich durch meine Hometown auf dem Weg zum Kumpel cruiste (spazieren fahren klingt scheiße, das verdeutschte cruisen aber auch). An einer Ampel musste ich hinter einem Kleinwagen halten. Von oben herab sah ich zwei Mädchen auf dem Rücksitz Faxen machen. Da ich eh meine linke Hand auf dem Lenkrad hatte,  Airbourne im Autoradio lief, streckte ich Zeige- und kleinen Finger aus, so wie Dio es uns gelehrt hatte.

Wenn die beiden jetzt keine Metalheads werden, ist mit der Erziehung was falsch gelaufen. Denn: Ein Nachahmungseffekt setzte ein. Das eine Kind nahm mit der linken, die rechte Hand und brachte die jeweiligen Finger in Position. Stolz zeigte sie es ihrer Rückbanknachbarin. Heavy Metal! Glücklicher Weise hatte die Ampel wieder auf Grün geschaltet. Mit einen tiefen, grunzenden Lachen setzte ich meine Fahrt fort. Nur die Hörner musste ich abschütteln, bevor ich das Haus meines Kumpels betrat. Der ist nämlich katholisch.

Spam

Sehr geehrten Spam-Kreatoren,

wenn Sie Personen an dem Nasen herum zeigen wollen, sollen Sie besser Germanisch erlernen.

Oder native sprechende Personen einstellen, dem dann besser sprechen Germanisch!

Danken!

“Jefällt mich”

Die Audioslave-Scheibe nahm ich aus dem Player. Sie machte Platz, Platz für eine Scheibe, die mir gleich beim ersten Song ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte. Als dann der zweite Titel von allein durch die Technik der Stereoanlage abgespielt wurde, wurde das Grinsen noch breiter. Ein neues Album hatte ich vor ein paar Tagen in der Post, vor mir, in den Händen und schließlich im Player. Eines, das es erst am 1. April zu erwerben gibt. Trotzdem ist es, als wenn man alten Bekannten begegnet, zuhört. Man freut sich sie wieder in den Ohren zu haben. Habe ich doch die Jungs von Empty Guns erst live gesehen, im Radio gehört.
„Nichts ist laut hier“ klingt es aus den Lautsprechern. Fast so gut wie auf der Bühne. Nur die mitsingenden Fans, Elvis, die Mannen von Paan, die oft auch in den Reihen der Zuschauer zu sehen sind, fehlen. Ich habe das Album laut gehört. „Ich bin antiautoritär“. Sören’s Texte malen Bilder in meinem Kopf, jedes Mal wenn ich dieses Album höre, was sich aber auch von den Vorgängerplatten der Empty Guns sagen lässt. Jeder, der an diesem Album beteiligt war, Sören (Gesang), Niko (Gitarre), David (Bass), Sebastian (Gitarre) und Martin (Schlagzeug) hat seine persönliche Handschrift hinterlassen, zu einem gelungenen Ganzen zusammengefügt. Die beiden Letztgenannten sind nun nicht mehr dabei, Gründe sollen an dieser Stelle außen vor bleiben. Thomas nahm Platz am Schlagzeug. Hat sich bereits live mehrfach bewehrt. „Komm schon bleib’ nicht steh’n. Du willst doch selbst, dass sich was bewegt“, heißt es in einer Liedzeile. Die vier Jungs von Empty Guns bewegen sich mit diesem Album weiter in die richtige Richtung. Da stören auch die ein oder anderen übersteuert-verzerrten Töne nicht, die den Live-Charakter manchmal zu sehr auf den Tonträger bannen.
Mehr zur Band: http://myspace.com/emptyguns

 

Lassen Sie sich nicht bescheißen!

Liebe Seniorinnen und Senioren, Vorruheständlerinnen und Vorruheständler, Volksmusikfreundinnen und Volksmusikfreunde,
Sie tun mir leid! Neulich war ich bei einer für Sie, liebe Seniorinnen u…, veranstalteten Rentnerbumsveranstaltung in einem Kulturhaus. Die Boxen dröhnten, dass auch jene in der letzten Reihe was vom musikalischen Programm hatten. Die in der ersten Reihe hielten sich die Ohren zu. Da hätten sich die Veranstalter der Veranstaltung doch mal nen Kopp machen können, die Schwerhörigen nach vorne! Lassen Sie sich, liebe Seniorinnen und Sen…, nicht verarschen. Ich sag das mal so deutlich. Ihr ganzes Leben haben sie bestimmt hart gearbeitet, mussten vielleicht auch Entbehrungen auf sich nehmen. Und nun müssen Sie sich bescheißen lassen, von Musikern, die ihr Playback laufen lassen und zwischendurch nur mal “Servus” ins Mikro grunzen. Kommen Sie doch mal zu einer meiner Bandabende. Achso, sorry, ist keine Volksmusik.
Ein Hinweis an meine Nachkommen: Ich will im Altersheim auch mal Sodom hören!

Klischees!

Er bestellt einen Salat. Sie hat extra den ganzen Tag nur wenig gegessen, um am Abend eine schön große Pizza im Restaurant zu verspeisen. Leichte Gewissensbisse plagen sie. Er bleibt bei seiner Entscheidung. Salat ist die Wahl des Abends. Sie bleibt auch bei ihrer Entscheidung. Pizza Funghi soll es sein. Er hatte echt nichts dagegen.
Der Moment in dem die Kellnerin das Essens servierte: Er bekam die Pizza, sie den Salat. Ich liebe Klischees!

Wenn sie und er darüber herzlich lachen können, kann es nur ein perfekter Abend werden.

Highway to Himmel

Es gibt Menschen, die Autos mit H-Kennzeichen fahren. Dann gibt es Menschen, die ein “H” im Kennzeichen haben. Das H-Kennzeichen steht für den Besitz eines historischen Fahrzeugs, eines Oldtimers. Der Typ mit dem “H” im Kennzeichen schien selbst alt und nicht mehr für die Straße geeignet gewesen zu sein. Mit 30 auf der Geraden in einer 50-Zone. Vollbremmsung und Spurwechsel wegen einer McD-Tüte bei Tempo 70, als ich überholen wollte, machten es auch nicht besser. Vielleicht steht das “H” auch für die Sehnsucht, schnell in den Himmel zu kommen.

Warum Ommas nicht untergehen

Thema: “Schwimmen”
Ich bekomme immer keine Luft, wenn ich meine Bahnen schwimme, so ne Viererabwehrkette an Ommas an mir vorbei-untergeht und die eine Wolke hinterlassen, die meine Lungen verkleben. Das liegt nämlich an dem Haarspray in den voluminösen Frisuren der älteren Damen. Frisuren, die es in heutiger Zeit immer weniger zu sehen gibt. Was den Schwimmer nicht stört. Denn Kurzhaar braucht nicht so viel Haarspray, welches dem ambitionierten Schwimmer die Luft zum Atmen nimmt und die Ommas vorm Ertrinken rettet. Obwohl: Riesenschildkröten schwimmen ja auch langsam und gehen nicht unter, wenn sie nicht gerade tauchen. Ob die auch Haarspray benutzen? Würde ja ohne Haare, ihr Panzer ist ja eher wie eine buckelige Glatze, keinen Sinn machen.
Ich muss mal wieder schwimmen gehen.

Haptisch nicht so!

Haptik, ein Wort, dass laut Duden die Lehre vom Tastsinn bedeutet. Etwas zum Anfassen soll es sein. Zeitungen in Papierform haben eine besondere Haptik. Menschen, die Zeitungen machen, in der Produktionskette bin ich ganz gut integriert, werben teilweise mit den tollen Eigenschaften von Papier. Logisch, so eine Druckerpresse hat viel Geld gekostet. Angst vor den intelligenten Mobiltelefonen und anderer flacher Technik in Hosentaschenformat kommt auf. Doch ist es meiner Meinung nach mit den PCs im Tabloidsformat, die Zeitung sein wollen, noch ähnlich, wie mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Sich online zu treffen, Informationen auszutauschen, ist nützlich, ohne Frage. Doch es ersetzt die Haptik nicht. Mit einem Freund ein Bier trinken zu gehen, ist nicht das selbe, als wenn jeder vor seinem Rechner sitzt und ein Bier trinkt. Ein Flirt im Netz mag aufregend sein. Doch fehlen wichtige Informationen. Wenn man sich nicht schon in der realen Welt gesehen hat, kennt man den Geruch, die 3D-Optik und andere wichtige optische Kriterien nicht. Ganz abgesehen von der Haptik. Ich habe nichts gegen technischen Fortschritt. Doch mag ich lieber eine schlecht geschriebene Zeitung zerknüllen und an die Wand werfen, gute Artikel ausschneiden und nicht PDFs auf Festplatten verschwinden lassen. Und: eine Umarmung, ein Kuss, kann mir kein Smiley der Welt ersetzen.

Alltagsweisheiten

“Warum bin ich nur Journalist geworden”, fragte er mit dem Blick zur Decke. Der Herr hob die Schultern und schüttelte den Kopf. Ein gehörntes Männchen sprang grunzend vor Lachen zurück in die Schreibtischschublade in der Redaktion.

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